Laura Camacho Tango Project – Todo tiempo pasado

Laura Camacho Tango

CD-Empfehlung des Monats: May 2025

„Todo Tiempo Pasado“ markiert einen neuen Abschnitt in der Entwicklung der argentinischen Kontrabassistin Laura Camacho. Bisher trat sie als Motor des amerikanisch-argentinischen Athens Tango Project auf. Daraus wurde das Laura Camacho Tango Project und das erste Album unter diesem Namen strebt sehr klar eine Aktualisierung des Tangos an. Camacho präsentiert Tango als Gegenwartskunst: eigenwillig, zumeist tanzbar, mit jazzigen Noten, Anklängen an minimalistische Musik und mit der klaren Richtung, den Tango für ein jüngeres Publikum zu öffnen, ohne ihn zu verwässern.

Laura Camacho: Kontrabassistin, Komponistin & Ethnomusikologin

Laura Camacho ist nicht nur Bassistin, sondern auch Komponistin, Arrangeurin und Ethnomusikologin aus Buenos Aires. Sie studierte am Conservatorio Manuel de Falla und forscht heute in Texas zur Entwicklung der jüngeren Tangoszene und zur Rolle der Frauen in den USA. Biografie und Projektidee tragen das Album hörbar. Sie ist der musikalische Kopf, komponiert und arrangiert selbst, sucht sich ihre Musiker und ihre Themen. Beim vorliegenden Album werden als mitwirkende die bekannten Pianisten und Orchesterleiter Emiliano Messiez und Ariel Pirotti genannt.

Die Titel im Überblick

Das Album wird eröffnet mit dem titelgebenden Track „Todo Tiempo Pasado“, welches einen schwungvollen Puls hat, der durch den Bass geerdet wird. Neben dieser für Tänzer sehr einladenden Eigenkomposition gibt es mit „Ecos“ noch eine weitere, eher meditative. Dazu werden die Pop-Hits „Toxic“ von Britney Spears und „Running Up the Hill” von Kate Bush als sehr eigenständige instrumentale Tangomusik arrangiert. Drei Titel von Piazzolla, „Adios Nonino“, „Tifon“ und zum Abschluß des Albums „Libertango“ machen deutlich wie wichtig Camacho der Tango Nuevo ist. Das Album hat 10 Titel und die verbleibenden drei sind (1) eine herausragend gute „Milonga triste“, die mit starkem Bass Solo für jede Neolonga ein Schmaus ist, (2) „Tanguera“ diese viel gespielte Brücke zu einem neuzeitlichen Tango sowie (3) „A Media Luz“, von Donato/Lenzi, der hier wie ein Zugeständnis im Repertoire an die Klassik wirkt.

Fazit: Lohnt sich das Album?

Insgesamt ist es ein sehr interessantes Album, nicht zuletzt, weil das Bandoneon oft ersetzt wird durch Geigen und Blasinstrumente, sodass schon dadurch eine stärkere Jazznote gehört wird. Die starke Stellung des von Laura Camacho gespielten Basses gibt der Musik zusätzlich Eigenständigkeit. Wer Tango etwas anders und moderner hören und tanzen möchte, wird mit diesem Album seine Freude haben.

Tanzbarkeit: ++++
Klangqualität: +++++
Titelauswahl: +++++
Editorischer Wert: +++
Vokalanteil: 0 von 10 Titeln
Spieldauer: 39:58

Keine Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die mobile Version verlassen