Neotango Landscapes auf Zeche Zollern: „Wir sind Teil der Landschaft“

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Wenn Neotango Landscapes vom 7. bis 9. August 2026 auf die Zeche Zollern in Dortmund stattindet, geht es um mehr als ein weiteres schönes Neotango-Wochenende an einem besonderen Ort. Veranstalter Eugen Neuloh versteht das Event als Einladung, den Ort nicht nur als Tanzraum wie jeden anderen zu nutzen, sondern ihn bewusst wahrzunehmen: als Landschaft, als Resonanzraum, als Teil der eigenen Bewegung.

Schon bei den früheren Neotango-Landscape-Events auf der Zeche Zollverein war die Grundfrage: Was macht ein Ort mit unserem Tanz? Und was machen wir tanzend mit diesem Ort? Auf Zeche Zollern wird diese Frage noch einmal neu gestellt — in einer Umgebung, die Industriegeschichte, Arbeitskultur, Repräsentation, Umbruch und heutige Kulturarbeit miteinander verbindet.

Wir haben Eugen Neuloh gefragt, was hinter der Idee steht und warum gerade Zeche Zollern für dieses Event so passend ist.


Tango21.info: Eugen, was ist die Grundidee von Neotango Landscapes?

Eugen Neuloh: Beim Tanzen verbinden wir uns nicht nur mit unserem Tanzpartner oder unserer Tanzpartnerin. Wir verbinden uns auch mit der Umgebung. Der Ort, an dem wir tanzen, wirkt auf uns. Er beeinflusst unsere Art zu tanzen, unsere Gefühle, unsere Wahrnehmung. Gleichzeitig sind wir selbst Teil dieser Landschaft.

Mich interessiert genau diese Wechselwirkung: Verändert sich unser Tanzen, wenn wir in verschiedenen Umgebungen tanzen? Fühlt es sich anders an? Entsteht eine andere Art von Verbindung — zum Partner, zu uns selbst, zur Musik, zum Raum?

Der Neotango bietet dafür besonders viel Freiheit. Er gibt Raum für Improvisation, für offene Bewegungen, für ein anderes Hören und Spüren. Wir können uns mit unserem Partner verbinden, aber auch mit uns selbst — und bei Neotango Landscapes eben ausdrücklich auch mit dem Ort. In diesem Jahr ist dieser Ort die Zeche Zollern, ein wichitges industrielles Denkmal des Ruhrgebiets mit einer ganz eigenen Atmosphäre.


Tango21.info: Warum habt Ihr Euch für Zeche Zollern entschieden?

Eugen Neuloh: Zeche Zollern macht unsere Geschichte bewusst. Sie erzählt von der Quelle unseres Reichtums, aber auch von den Mühen der Arbeit. Sie zeigt die Arbeitskultur unter der Erde und zugleich die repräsentative Kultur erfolgreicher Industrie über der Erde. Man sieht und spürt dort beides: die harte Arbeit und den Stolz, die industrielle Leistung und ihre Folgen.

Auch die Altlasten der Industrie werden hier sichtbar. Wenn wir in dieser Umgebung tanzen, hoffe ich, dass sich die Community mit dieser Geschichte verbindet. Dass wir uns Gedanken machen über den Bergbau in unserer Gegend, über das, was er ermöglicht hat, aber auch über das, was er hinterlassen hat.

Deshalb gehören zum Event auch Führungen über das Gelände. Sie beschäftigen sich nicht nur mit der Zeche selbst, sondern auch mit zwei Sonderausstellunge. Dabei geht es unter anderem um das Rollenbild der Frau in der industriellen Zeit und um das Leben von Insekten auf dem Zechengelände — also um Themen, die zeigen, wie vielschichtig dieser Ort ist.


Tango21.info: Das klingt nach einem Event, bei dem Tanz und Ort nicht nebeneinanderstehen, sondern ineinandergreifen.

Eugen Neuloh: Genau darum geht es. Wir kommen nicht einfach irgendwohin, legen Musik auf und tanzen wie immer. Wir lassen uns auf den Ort ein. Die Maschinenhalle, die Architektur, die Geschichte, die Spuren der Arbeit, die heutige Nutzung als Kulturort — all das ist Teil der Erfahrung.

Neotango Landscapes will diese Erfahrung nicht erklären, sondern erlebbar machen. Was passiert, wenn wir in einer solchen Umgebung tanzen? Werden unsere Bewegungen größer, vorsichtiger, freier, intensiver? Hören wir die Musik anders? Spüren wir den Partner anders? Nehmen wir uns selbst anders wahr?

Darauf gibt es keine fertige Antwort. Die Antwort entsteht im Tanzen.


Tango21.info: Damit wird Neotango Landscapes auch zu einer Art Forschung mit den Mitteln des Tanzes.

Eugen Neuloh: Ja, so kann man es sagen. Es geht nicht um Theorie, sondern um Erfahrung. Wir erforschen mit unseren Körpern, mit unserer Wahrnehmung, mit unserer Improvisation. Und wir tun das gemeinsam — als Community, als Tänzerinnen und Tänzer, als Teil dieser Landschaft.

Zeche Zollern ist dafür ein wunderbarer Ort. Sie ist Denkmal, Geschichtsort, Kulturort und Landschaft zugleich. Genau diese Vielschichtigkeit macht sie für Neotango Landscapes so interessant.


Getanzt wird das ganze Wochenende.
Haupttanzfläche Indoor : Holztanzboden in der Maschinenhalle und auf verschiedenen Tanzflächen (Milchkarton) Outdoor, Gelände Zeche Zollern.

Für Euch legen auf:
Elodie / Angers, Fabio de Giovanni / Nizza,
Saskia Frankena / Arnheim, Elio Astor/ Rom, Bärbel Rispler / Düsseldorf, Tango DJ 21 / Düsseldorf .

Die VJs Zara Gayk / Wuppertal und Andreas Lange aus Hannover werden die Maschinenhalle in Magie verwandeln.

Das detaillierte Programm und weitere Informationen findet Ihr hier:
https://www.neotango-landscapes.com/zechezollern.

Tickets:
https://www.billetweb.fr/neotango-landscapes-zeche-zollern

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