Moderne Tangos beim Festival Tango BA Festival y Mundial berücksichtigt

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Festival Tango BA

„Es ist grundlegend, in der Gegenwart zu leben und weiter Türen zu öffnen, so wie es diejenigen getan haben, die den kulturellen Weg für unsere nächsten Generationen bereitet haben“, befindet Natacha Poberaj. Die Ex-Tangoweltmeisterin und heute künstlerische Leiterin des Festivals und der Weltmeisterschaft Tango BA bezieht sich auf die Ausschreibungen für die Veranstaltung.


Diese Ausschreibungen erfuhren außergewöhnlich positive Aufmerksamkeit wegen der ausdrücklichen Einbeziehung zeitgenössischer Kompositionen, sowohl den Tanz als auch die Musik betreffend. Tango BA geht vom 6. Bis 18.September, und die ausgewählten Projekte sind dort zu hören und zu sehen.


Einige der Ausschreibungen beziehen sich gezielt auf neue Kompositionen. In der Kategorie Musik sind da jene für “Zeitgenössische Autoren und Komponisten“, eine weitere für „Tango Fusión“ und noch eine für Electrotango. In den anderen Kategorien – Tanzensembles, Sänger, Gitarrengruppen und Frauengruppen – wird hervorgehoben, daß sowohl traditionelle als auch eigene Tangos zugelassen sind.
Für den Tanz ist unter den drei Kategorien eine ausdrücklich den „Choreographien des 21.Jh.“ gewidmet, mit der Vorgabe zwei bis vier Tänze auf der Basis aktueller Tangos zu präsentieren.

„Die mit den Ausschreibungen verbundene Suche spiegelt die Gespräche des letzten Jahres über Ästhetik mit den verschiedenen Tango-Kollektiven wider“, hebt Poberaj gegenüber Tango21.info hervor. Natacha Poberaj bezieht sich hier auf Zusammenkünfte, die seit 2021 mit Musikgruppen unterschiedlicher Ästhetik und musikalischer Tendenzen stattfanden – Musikern, von denen die meisten ihre Wurzeln in der ACIT haben, dem argentinischen Verband der Tangokomponisten und -Interpreten.

Natacha Poberaj
Fuente: Tango BA



Auch eine Öffnung in Bezug auf den Tanz war von Tänzern und Choreographen gefordert worden, die außerhalb des Verbandes der Tänzer, Choreographen und Dozenten des Tango Argentino moniert hatten, daß es keinen Platz für alternative Ausdrucksformen auf dem Festival gegeben habe.

„Einige dieser Gruppen waren während der Pandemie entstanden, und andere existierten schon länger. Diese Räume zu füllen bedeutet, das Panorama dessen generell zu erweitern, was wir unter unserem Tango verstehen“, erklärt Poberaj. „Einen Perspektivwechsel, bzw. diesen weiter zu fördern, bedeutet einen Fuß in die Entwicklung der Geschichte zu setzen, der grundlegend zeitgenössisch ist und weitere Tore öffnet, so wie es jene für die zukünftigen Generationen getan haben, die unsere Kultur geprägt haben“, fügt sie hinzu.

Über die Ausschreibungen für Musik und Tanz hinaus hat Tango BA weitere zwei Kategorien lanciert, die auf die Veröffentlichungen von Büchern des Genres und auf Videoclips abzielen, die sich um Musik oder Tanz drehen. Letztere resultierten insbesondere aus ihrer ausgezeichneten Rezeption während des – andererseits polemisierten – virtuellen Festivals im ersten Pandemiejahr.

„Auch dieses Jahr wieder als künstlerische Leiterin von Tango BA tätig, bedeutet es mir viel, die Präsenz des zeitgenössischen Tangos im gesamten Programm aufrecht zu erhalten, damit wir das Fest unter Einbezug aller Aktivitäten und dessen, was wir gemeinsam tun, feiern können. Denn letztlich gibt es nur einen Tango,” fasst Natacha Poberaj zusammen.

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